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Pflanzanleitung für Frauenschuh-Orchideen

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Klimabereich

Frosch® Cypripedium-Hybriden können überall dort gedeihen, wo die Temperaturen im Sommer nicht regelmäßig 30 °C überschreiten und im Winter für 2-3 Monate Temperaturen unter +5 °C herrschen. Tiefe Temperaturen selbst unter -25 °C sind bei ausreichender Schneedecke kein Problem (Winterhärtezone 4: Zonenkarte Europa). Ein extra Winterschutz ist nicht erforderlich, da die Frauenschuhe völlig winterhart sind.


Standort

Halbschattig, keine direkte Mittagssonne. Ein guter Standort ist auch im Schlagschatten an der Nordseite eines Hauses. Die meisten Cypripedien sind Waldpflanzen und bevorzugen daher kühle, nicht zu trockene Standorte. Wo Farne im Garten gut wachsen, sind auch die Bedingungen für Frauenschuhe günstig.

Ein guter Standort


Bitte nicht in die Nähe von Bäumen und großen Sträuchern pflanzen, weil deren Wurzeln den Cypripedien Wasser und Nährstoffe wegnehmen!


Wurzelkonkurrenz durch Bäume
Foto: Werner Frosch

Boden

Prinzipiell kommen die Cypripedium-Hybriden mit den meisten Gartenböden zurecht. Günstig sind eine lockere, krümelige Struktur bis in 10 cm Tiefe und ein nicht zu trockener Boden ohne Staunässe. Dichte und schwere Böden lockert man besser mit gebrochenem Blähton oder Lavalit (Mischung ca. 1:1). Bei Gefahr von Staunässe eine Drainageschicht aus gebrochenem Blähton oder Lavalit einbringen. Bei sehr leichten, sandigen Böden, die schnell austrocknen, kann die Wasserspeicherung durch Einmischen von Seramis® oder Perlit erhöht werden. Günstig auf die Bodenstruktur und -feuchtigkeit wirkt das Aufstreuen einer Schicht Nadelstreu, wie man sie unter Koniferen (z.B. Fichten oder Kiefern) findet.


Pflanzung

Der beste Pflanztermin ist Herbst. Die Wurzeln in den oberen 10 cm des Bodens flach ausbreiten, das Rhizom 2-3 cm unter der Bodenoberfläche, die Triebknospe nach oben. Erde locker einfüllen, nicht andrücken, gleich angießen.

Vielleicht wollen Sie sich auch den Lehrfilm über die Pflanzung von Cypripedien anschauen.


Pflege

Für kräftiges Wachstum sind regelmäßige Gaben mit jedem üblichen Gartendünger zum Streuen im Frühjahr wichtig, am besten Dünger mit Langzeitwirkung. Geben Sie die gleiche Menge wie bei anderen Stauden auch, nicht weniger. Nach der Blüte ist der Nährstoffbedarf gering, im Austrieb dagegen hoch. Die Blattfarbe ist dabei ein guter Indikator und soll immer grasgrün sein. Gelb-grün bedeutet Nährstoffmangel oder zu viel Sonne. Kompost ist nicht empfehlenswert, Orchideendünger liefert zu wenig Nährstoffe.

Der Boden sollte nie ganz austrocknen, daher ist in trockenen Sommern sanftes Überbrausen empfehlenswert.

Im Herbst werden die Sprosse braun und dann schräg aus dem Boden gezogen oder abgeschnitten.

Alle paar Jahre sollten Cypripedium-Horste geteilt werden, um sie vital und gesund zu halten. Sehen Sie dazu unsere Teilungs-Anleitung und unser Video dazu.


Wachstumszyklus

Frauenschuhe haben ein etwas anderes Wachstumsverhalten als normale Stauden: Der Sproß wächst nicht das ganze Jahr, sondern ist nach dem Austrieb fertig ausgebildet. Die Pflege im laufenden Jahr entscheidet dann, wie groß der Trieb im nächsten Jahr wird und ob er blüht. Im Sommer bildet die Pflanze die Sproßknospe für das Folgejahr sowie neue Wurzeln. In dieser Phase sind gute Wachstumsbedingungen besonders wichtig.

Wuchszyklus 
Copyright: www.gardenorchid.com


Pflanzenschutz

Nacktschnecken können innerhalb einer Nacht verheerende Schäden anrichten. Besonders während des Austriebs im Frühjahr sind Schutzmaßnahmen notwendig; am sichersten wirkt ein Schneckenzaun oder eine Barriere aus senkrecht stehendem Kupferblech (wenige Zentimeter hoch) bzw. Etisso® Schneckenlinsen.


BegleitpflanzenBegleitpflanzen

Frauenschuhe vertragen keine Konkurrenz durch Pflanzen, die sie überwuchern können. Daher sind schwachwüchsige Stauden und Gehölze die richtigen Partner. Besonders dekorativ ist die Kombination mit niedrigen Farnen, Elfenblumen (Epimedium) und kleinbleibenden Hosta-Sorten (siehe Foto). Als Bodendecker hat sich Leptinella (syn. Cotula) bewährt. Diese Pflanze bildet lockere, grüne Flächen, die kein Hindernis für die Triebe der Frauenschuhe darstellen.

 

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